Arbeitskreis Militär und Gesellschaft in der frühen Neuzeit

Militär und Zeit in der Frühen Neuzeit?

11. Tagung des Arbeitskreises Militär und Gesellschaft in der Frühen Neuzeit e.V.
Düsseldorf 10. bis 11. September 2015

Tagungsbericht

Einen Tagungsbericht können Sie hier einsehen.

Tagungsflyer

Konzeption und Durchführung: Achim Landwehr

Militärisches Handeln ist nicht nur von Menschen und Räumen abhängig, bedarf nicht nur der Gewalt und der Technik, verfolgt nicht nur politische und strategische Ziele – militärisches Handeln braucht auch Zeit. Die Verknüpfungen, die sich zwischen dem Militär und zeitlichen Strukturen ergeben, erscheinen zunächst einmal evident. Keine militärische Organisation kommt ohne eine temporale Organisation aus. Ob es den Drill, die Planung militärischer Operationen oder die Dienstzeiten betrifft, ein militärischer Apparat ist auf die Nutzung und den Einsatz zeitlicher Rahmenbedingungen angewiesen.

Nimmt man den Zusammenhang von Militär und Zeit jedoch ernst, so stellt sich nicht nur die organisatorische Frage, wie Zeit als Ressource durch das Militär genutzt wird. Denn Zeit ist nicht einfach nur eine gegebene, gewissermaßen natürliche Dimension, sondern Zeit ist vor allem ein kulturelles Produkt, das in den jeweiligen historischen Zusammenhängen geformt wird und ihrerseits diese Zusammenhänge formt. Nach entsprechenden Wechselbeziehungen Ausschau zu halten, erscheint mit Blick auf das Militär der Frühen Neuzeit besonders lohnenswert. Mit Norbert Elias ließe sich fragen, wie sich das frühneuzeitliche Militär „zeitet“, welche spezifischen Zeitformen es also für sich entwirft, und wie es gleichzeitig durch vorherrschende bzw. sich verändernde Zeitkonzepte geformt wird. Damit gerät in den Blick, wie innerhalb bestimmter Militärkulturen Formen der Historisierung oder der Zukunftsplanung etabliert wurden, wie Formen der zeitlichen Planung und Voraussicht das militärische Handeln veränderten oder wie das Militär Lebenszeiten und Lebensentwürfe geprägt hat.

Beispielhaft lassen sich daher folgende Themenkomplexe anführen, anhand derer das Verhältnis von Militär und Zeit in der Frühen Neuzeit thematisiert werden kann:

A. Zeit und Mensch

  • Dienstzeiten und Lebenszeiten
  • Tagesabläufe und Dienstpläne
  • Schlacht und Zeit

B. Zeit und Strategie

  • Drill - Disziplin - Zeit
  • Rhythmus und Musik
  • Einsatz von Uhren, Kalendern und anderen Zeitmedien

C. Zeit und Geschichte

  • Planung und Zukunftsentwürfe (z.B. Organisation militärischer Operationen)
  • Idealisierungen der Vergangenheit (z.B. Antikenrezeption)
  • Formen der Historisierung

D. Zeit und Strategie

  • Theoretisch ausgerichtete Beiträge zum Zusammenhang von Militär und Zeit

Für weitere Themen und Vorschläge sind wir selbstverständlich offen!

Die Tagung wird vom 10. bis 11. September 2015 in Düsseldorf stattfinden. Wir bemühen uns, allen Vortragenden die Kosten für Anreise und Unterkunft zu erstatten. Eine Veröffentlichung der Vorträge ist geplant. Bitte senden Sie Ihre Vorschläge für Vorträge von nicht mehr als einer Seite Länge (max. 2.500 Zeichen) zusammen mit einem kurzen Lebenslauf bis zum 15. Juli 2014 ein.

Verantwortlicher

Prof. Dr. Achim Landwehr
Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf
Institut für Geschichtswissenschaften
Geb. 23.32.05.31
Universitätsstraße 1
40225 Düsseldorf
landwehr@phil.hhu.de